Wie lang dieses Gemeindewappen besteht , kann nicht mehr mit Genauigkeit festgestellt werden . Bekannt ist, dass bereits 1716 das
„GROS GERICHTS INSIEGEL“
von Altleiningen das beschriebene Wappen zeigt, welches dann am
29 . März 1842
genehmigt wurde.
Altleiningen blickt auf eine lange Geschichte zurück.
Anläßlich einer Schenkung des Amicho unter Karl dem Großen und Abt Helmerich wurde Altleiningen am 30. Juni 780 unter dem Namen „Linunga marca“ (=Gemarkung Altleiningen) zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Somit durfte man bereits im Jahre 1980 mit großem Aufgebot die 1200-Jahrfeier begehen. Früher lebten die Einwohner u.a. vom Sandsteinabbau. In der Nähe von Altleiningen wurden von dem Baugeschäft Holzmann u. Cie in Frankfurt/Main Steinbrüche angelegt, die den wertvollen grauen Sandstein lieferten.
Zur leichteren Abfuhr baute diese Firma eine eigene Straße zu diesen Brüchen.
Die Altleininger Steine fanden in ganz Deutschland bei dem Bau von privaten Häusern, Banken und Verwaltungsgebäuden ihre Verwendung.
Eine andere Art des Broterwerbes bot, wie auch in der Nachbargemeinde Carlsberg, der „ambulante Handel“. Ganze Händlerscharen starteten von hier aus ihre Wanderschaft, um Kurzwaren und Textilien zu verkaufen. Unter ihnen entwickelte sich sogar eine eigene Händlersprache, das sogenannte
„Lotegorisch“
Diese Sprache gab den Händlern die Möglichkeit sich untereinander zu unterhalten, ohne von Dritten verstanden zu werden.
Der südlich von Altleiningen gelegene „Zimmerberg“ zeigte einst eine von den Grafen zu Leiningen hergestellte parkähnliche Anlage mit Lusthäusern. Tausendjährige Eichen reckten ihre Häupter hervor. Unter anderem stand hier ein Jagdschlösschen mit Sommerwohnung der „Neue Bau“ genannt, von dem nicht mehr zu sehen ist. Er war von dem Grafen Georg II. erbaut und später mit einer Meierei versehen worden. Die Gräfin Wilhelmine umgab ihn mit einer Mauer.
Zuletzt war er bis 1815 als Försterwohnung in Gebrauch und ging dann in Privathände über. Bei der Erbauung der Höninger Distriktsstraße wurden die letzten Überreste auf Abbruch versteigert.
Das bei der Burg Altleiningen in nordwestlicher Richtung vom Haupttal abzweigende „Kupfertal“ mit seiner „Schmelze“, seiner „Kecken-Hütte“ erinnert an den früher hier betriebenen Bergbau und die aus ihm hervor gegangene Industrie. Am gewinnbringendsten war der Kupferbergbau und zwar in den Jahre 1605-1624. Unter Graf Ludwig wurden innerhalb 5 Jahren mehr als 3000 Zentner Kupfererz gewonnen, das bei der Scheidung einen hohen Kupfergehalt (40 Pfd. unter 1Ztr.) ergab und 6 ½ Lot Silber enthielt. Die Brauneisensteinlager bei Altleiningen, Battenberg und Wattenheim veranlassten nebenbei auch die Ausbeute von Eisenerzen, die in den Eisenschmelzen zu Altleiningen und Wattenheim verhüttet wurden. Kaiser Sigismund erteilte 1423 den Leininger Grafen die Erlaubnis zum Betriebe des Bergbaues, der nach dem dreißigjährigen Kriege eingestellt wurde.
Die ziemlich ergiebige Silberausbeute veranlassten die Grafen zu Leiningen um das Privileg der „Münzenprägung“ nachzusuchen, das auch 1611 vom Kaiser erteilt wurde. 1624 verlegten sie ihre Münzstätte, die nach dem 30-jährigen Kriege einging, nach Grünstadt.
Bei der Kupferschmelze befand sich auch der Kupferbrunnen, dessen Kupfergehalt
zu der Entdeckung der Kupferlager führte. Ebenso war bei Altleiningen der
„Sauerbrunnen“, dessen Wasser bis vor etwa 400 Jahren zur Heilung von
Ausschlägen, wie die Krätze usw. kurmäßig angewendet wurde.
In den letzten Jahren gewinnt der Fremdenverkehr zunehmend an Bedeutung.
Auch der größte Arbeitgeber des Landkreises Bad Dürkheim, die Firma Drahtzug Stein hat ihren Sitz in Altleiningen und bietet zahlreiche Arbeitsplätze.
